requisimus AG · Deep-Tech Düngemittelproduktion

Fertilizer out of thin air
Dünger aus Luft, Wasser und Überstrom.

TRL 5
aktueller Reifegrad
>1.000 h
Betriebsstunden im Labor
<30 Sek.
Start-/Stopp-Zeit
5,5 Mio. €
Projektvolumen für den Piloten 100 kW
Warum jetzt

Die Landwirtschaft hängt am Erdgas — und damit unsere Lebensmittel an instabilen Lieferketten.

Düngemittel werden heute energieintensiv aus Erdgas hergestellt. Diese komplexen chemischen Prozesse mit Steam-Reforming, Haber-Bosch und Ostwald-Prozess sind mehrstufig, benötigen Temperaturen bis 850 °C und Drücke bis 300 bar. Diese zentralen Produktionsanlagen emittieren Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr weltweit und machen die Versorgungssicherheit unserer Lebensmittel abhängig von geopolitischen Einflüssen.

450…630 Mio. t
CO₂-Emissionen pro Jahr durch fossile Ammoniakproduktion weltweit
200…400 Mrd. $
Marktvolumen globaler Düngemittelmarkt 2025, ca. 205 Mio. t/Jahr
~35 %
Anteil der Düngemittel an den Kosten im Getreideanbau
170 Mrd. m³
Erdgasverbrauch pro Jahr für die weltweite Ammoniaksynthese (IEA)
Aktuelle Zuspitzung: Seit Ausbruch des Iran-Konflikts sind die Düngemittelpreise von 400 USD/Tonne auf 650 USD/Tonne gestiegen — einzig aufgrund der Preisschwankungen im Erdgas. Planbarkeit für die Bauern und Ernährungssicherheit von uns allen hängen damit direkter denn je am Import fossiler Energieträger.
Die Technologie

Drei Prozessschritte statt zwölf.

Ein Plasmareaktor aktiviert Stickstoff direkt aus der Umgebungsluft bei Atmosphärendruck. So erzeugen wir NOₓ ohne Zwischenstufe Ammoniak und ohne energieintensive Hochtemperaturkolonnen. Das entstehende NOₓ setzen wir mit Wasser zu Salpetersäure um, der Vorstufe von Nitratdünger. Mit dem gleichen Verfahren lassen sich auch Kalium- und Calciumdünger herstellen. Klein, kompakt, lokal und dezentral — ganz ohne Abgase oder Abwässer.

Unser aktueller Plasmareaktor wurde im Labor bereits über 1.000 Stunden lang erfolgreich betrieben. Aktuell erreichen wir NOₓ-Konzentrationen von etwa 2,5 %, aber da ist noch Luft nach oben. Unser Technologiedemonstrator läuft mit 6 kW elektrischer Leistung und schaltet in unter 30 Sekunden von „aus" in einen stabilen Produktionsprozess.

KNO₃ · Kaliumnitrat HNO₃ · Salpetersäure Ca(NO₃)₂ · Calciumnitrat
Konventionell

Haber-Bosch + Ostwald

1–3 Steamreforming von Erdgas (850–900 °C)
4–7 Ammoniaksynthese (400 °C, 300 bar)
8–12 Ostwaldverfahren zu Salpetersäure
IonicImpact

Plasma

1 Luft + Strom → Plasmareaktor (NOₓ)
2 Katalytische Quenche & Reaktionslenkung
3 Absorption in Wasser → Salpetersäure
Blaues Stickstoffplasma im Reaktor-Schauglas Oranges Stickstoffplasma im Reaktor-Schauglas Violettes Stickstoffplasma im Reaktor-Schauglas
Live aus dem Labor

Fotos unterschiedlicher Plasmen in unserem Reaktor, stabil und reproduzierbar in mehr als 1.000 Betriebsstunden.

Unsere Vision

Fertilizer Nodes: Düngemittelproduktion auf dem Feld, für das Feld — unabhängig, dezentral und autonom direkt bei den Landwirten.

Statt Dünger in wenigen Großanlagen unter hohem Erdgasverbrauch zu produzieren und über lange Lieferketten zu verteilen, entsteht die Produktion dort, wo sie gebraucht wird: beim Landwirt, in Genossenschaften oder an Standorten mit viel erneuerbarer Energie. Standardisierte 100-kW-Module reagieren innerhalb von Sekunden auf schwankendes Stromangebot und nutzen gezielt Überschussstrom aus Wind- und Solaranlagen.

100 kW
Standardmodul, linear skalierbar bis 1 MW
400–450 ha
Landwirtschaftliche Fläche, die eine einzelne 100-kW-Anlage versorgen kann
1.000–4.300 t/a
Düngemittel pro Anlage und Jahr, je nach Produkt & Konzentration
110 kWh & 500 l
Verbrauch pro Produktionsstunde: elektrische Energie & Wasser
Konzeptdarstellung einer dezentralen Fertilizer-Node-Anlage mit Solarpanels auf freiem Feld Simulation, nicht realisiert
Produktionsleistung

Was ein 100-kW-Modul pro Jahr leistet

Annahme: 8.000 Betriebsstunden/Jahr, 1 Reaktor produziert 50 l HNO₃ (100 %) pro Stunde. Bei 100 kW elektrischer Leistung ergibt das rund 800 MWh Strombedarf im Jahr — flexibel abrufbar in Sekunden.

HNO₃ Salpetersäure
400 t/a · 443 ha
Ca(NO₃)₂ Calciumnitrat
521 t/a · 403 ha
KNO₃ Kaliumnitrat
641 t/a · 419 ha
HNO₃ — reines Produkt (t/a) Ca(NO₃)₂ — reines Produkt (t/a) KNO₃ — reines Produkt (t/a)
Detailtabelle anzeigen
ProduktReines ProduktFeldkonzentrationAusbringungsmengeBedarf/haVersorgbare FlächeEnergie/ha
HNO₃400 t/a38 %1.050 t/a2,4 t/ha443 ha1,8 MWh/ha
Ca(NO₃)₂521 t/a40 %1.300 t/a3,2 t/ha403 ha2,0 MWh/ha
KNO₃641 t/a15 %4.300 t/a10,3 t/ha419 ha1,9 MWh/ha
Projekt Roadmap

Pilot100 — aus dem Labor (TRL 5) aufs Feld mit einer ersten Referenzanlage (TRL 8)

Ziel des Projekts Pilot100 ist die Entwicklung, Erprobung & Marktvorbereitung der ersten industriellen 100-kW-Anlage als Grundlage für die anschließende Kommerzialisierung.

Monat 1–12
→ TRL 6

M1 — Erste 100-kW-Pilotanlage

Engineering, Bau, Automatisierung und Inbetriebnahme des ersten industriellen Standardmoduls.

Monat 10–28
→ TRL 7

M2 — Feldbetrieb

Installation bei einem Pilotkunden; Validierung von Verfügbarkeit, Wartung, Wirtschaftlichkeit und Lastflexibilität.

Monat 6–30
→ TRL 8

M3 — Zulassung

BImSch, Betriebs- & Produktionserlaubnis, Produktcharakterisierung, regulatorische Bewertung, Sicherheitsbetrachtung, Produktzulassung und Marktvorbereitung.

Monat 18–30
1 MW

M4 — Basic Engineering 1-MW-Anlage

Vollständiges Basic Engineering für die erste kommerzielle Referenzanlage aus zehn 100-kW-Modulen.

24.300 h
Geplante Arbeitsstunden über alle Arbeitspakete
2,43 Mio. €
Personalaufwand
3,07 Mio. €
Investitionsbudget (Reaktor, Katalyse, SCADA, Zulassung, Pilotbetrieb)
Team & Advisory Board

Interdisziplinäres Kernteam mit Prozess-, Industrialisierungs- und Marktkompetenz

SM
CEO & Sales
Dr. Steffen Mozer
MA
CTO & Process
Dr. Manfred Anders
OvGU
Wissenschaftlicher Partner
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
PM
Project Manager & Industrialization
requisimus intern
AC
Automation & Commissioning
requisimus intern
CME
Chief Market Expert
requisimus intern
CSA
Chief Scientific Advisor
externe Experten
CFA
Chief Fertilizer Advisor
externe Experten
LCR
Lead Customer Representative
externe Experten
Klimawirkung

Alle suchen nach Speichertechnologie für Überstrom — wir lagern ihn in Tanks und machen Lebensmittel daraus.

Durch Verwendung von erneuerbaren Energien als Energiequelle kann der ökologische Fußabdruck der Düngemittelproduktion von 450 Mio. Tonnen CO₂-Emission pro Jahr auf gerade mal 40 Mio. Tonnen drastisch reduziert werden.

0,68 t
CO₂e pro Tonne HNO₃ — konventionelle Produktion (Referenz)
0,06 t (−91 %)
CO₂e pro Tonne HNO₃ mit erneuerbarem Strom bzw. Überstrom
Bei vollständiger Substitution der deutschen Salpetersäureproduktion durch erneuerbar betriebene Plasmareaktoren ergibt sich ein theoretisches Einsparpotenzial von rund 3,14 Mio. t CO₂e pro Jahr — das tatsächlich erschließbare Potenzial hängt von Skalierbarkeit, Strompreis und Verfügbarkeit erneuerbarer Energie ab.
Finanzierungsstrategie

Komplementäre Finanzierungsbausteine, um unsere Vision Pilot100 Wirklichkeit werden zu lassen

Finanzierungsrunde geplant

Investoren

Um Pilot100 neben der öffentlichen Förderung finanziell abzusichern, planen wir eine ergänzende Eigenkapitalrunde. Investoren beteiligen sich am Aufbau der ersten industriellen 100-kW-Referenzanlage und damit am Weg zu einer neuen, dezentralen Infrastruktur für Düngemittelproduktion — mit direktem Zugang zur Skalierung in Richtung kommerzieller 1-MW-Anlagen.

SPRIND & EIC Accelerator

Staatliche Förderung

Parallel verfolgen wir zwei komplementäre Förderprogramme: den EIC Accelerator, der Deep-Tech-Skalierung von TRL 6 bis TRL 8 unterstützt, sowie SPRIND als Sprunginnovationsförderung mit Fokus auf die Dezentralisierung der Düngemittelproduktion. Beide Programme adressieren Ernährungssicherheit, Resilienz und Dekarbonisierung.

Für Investoren & Fördergeber

Gestalten Sie die dezentrale Zukunft der Düngemittelproduktion mit.

Wir suchen Fördermittelgeber, Investoren und Pilotpartner mit Zugang zu erneuerbarer Energie und landwirtschaftlicher Fläche, um Pilot100 auf den Weg zu bringen.

Dr. Steffen Mozer
CEO, requisimus AG
info@requisimus.com +49 711 37 07 615